14 Mai, 2007
Computer, Technisches
Ich habe mir heute einen Trojaner eingefangen, er ist ca. 4cm mal 3cm groß, hat auf der Vorderseite einen Barcode, auf der Rückseite ein komisch angeordnetes Teil und hört auf den Namen “RFID”.
Es ist ein RFID-Chip, genutzt, als Ersatz der bisherigen Barcodes, bekommen hab ich es an einer DVD. Der Unterschied zwischen diesen Teilen und normalen Etiketten ist: Sie müssen nicht direkt in Sichtkontakt mit dem Gerät zum einlesen des Preises sein. Es geht auch in 50cm Entfernung. Und wo ist das Problem? Naja, wenn ich damit aus dem Laden gehe und jemand mit einem Scanner an mir vorbei läuft weiß er, was ich gekauft habe. Oder, wenn der Chip in einer Geldkarte o.ä. ist, kann man z.b. in einem Kaufhaus verfolgt werden. Auf jedem Schritt wird das Ding von irgendwo angefunkt und damit gespeichert, wo ich bin. Toll.
Das ist der Chip selbst:

Und hier das Etikett, auf dessen Rückseite er ist:

Achja, jetzt kommt das Ding erstmal in die Mikrowelle
Matze said,
Wrote on Mai 14, 2007 @ 8:26 pm
Und was ist daran so toll? Das gibt’s doch schon Jahre.
Benjamin said,
Wrote on Mai 14, 2007 @ 8:44 pm
Ja, aber mir ist es heute das erste Mal aufgefallen. Bisher hatte ich immer nur die Diskussionen verfolgt, mich aber nie direkt betroffen gefühlt.
An einem Produkt war mir das noch nie aufgefallen. Da ist wohl was an mir vorbeigegangen. Aber vermutlich gehöre ich keiner Minderheit an, wenn ich nicht weiß/wusste, dass es sowas schon gibt.
inherited said,
Wrote on Mai 14, 2007 @ 9:18 pm
Wallmart ist gerade dabei jedem ihrer Produkte ein RFID-Chip zu implantieren. Dann kann man bezahlen indem man einfach an einem Scanner vorbeiläuft
CalganX said,
Wrote on Mai 14, 2007 @ 9:40 pm
Nein, die Mehrheit weiß tatsächlich nicht um diese Technik. Aber ich halte es auch nicht für weiter tragisch. Die Verwendung von RFID ist grundsätzlich wesentlich effektiver als das Scannen von Barcodes, außerdem können RFIDs mehr Informationen fassen.
Die Verwendung von unverschlüsselten RFID-Tags in Pässen halte ich für falsch und mehr als fatal, als dass einige Politiker die Gefahren verkennen. In Bereichen mit sensiblen Daten (!) sind RFIDs, sofern sie unverschlüsselt sind, fehl am Platz.
Aber bei einer DVD oder bei sonstigen Dingen, die man kauft, ist der Einsatz doch wunderbar. Es ersetzt die nervige Prozedur mit dem Barcode und erleichtert den Verkauf um einiges. Und wenn ich das Teil hab? Kein Grund es erstmal zu zerstören. Oder zerkratzt du auch jeden Barcode, den du auf irgendeinem Produkt hast?
Ich denke, viele Leute sind einfach nur viel zu paranoid. Und wenn schon jemand zufällig den RFID-Tag meiner DVD ausliest… Entweder paranoid oder zu viele Leute machen sich Sorgen, dass zufällig rauskommt, was für DVDs sie sich kaufen.
Chris
Benjamin said,
Wrote on Mai 14, 2007 @ 9:54 pm
und wenn es paranoid ist. Der Gedanke, dass jemand durch An-mir-vorbei-Laufen herausfinden kann, was ich kaufe gefällt mir nicht. Ok, man könnte auch einfach in den Einkaufswagen schauen. Aber irgendwie…
Ich weiß nicht, es ist so ein vages Gefühl, auch wenn ich eigentlich sehr häufig recht lax mit meinen eigenen Daten umgehe war das für mich irgendwie was anderes.
Praktisch sind diese Teile, das ist keine Frage. Wenn ich dann beim Einkaufen nicht mal meine Karte rausziehen muss wäre das natürlich um einiges angenehmer. Nur verschlüsselt sollte das dann natürlich schon sein.
Es war übrigens “Das Parfüm”
Mathias said,
Wrote on Mai 15, 2007 @ 9:49 am
@Chris:
Schlechtes Beispiel.
Steckt die DVD in deiner Tasche, besteht so gesehen nicht die Gefahr, dass jemand den Barcode scannt. Und du würdest es merken, wenn jemand das Lesegerät auf deine durchsichtige Tüte richtet. Bei einem Chip sieht das doch etwas anders aus.
Im Grunde stimme ich aber zu. Solche Etiketten sind unkritisch. Die kann man wegwerfen. Anders sieht es aber aus, wenn man nicht weiß, dass in irgendwelchen Dingen solche Chips stecken. Oder nimm den geplanten neuen Personalausweis. Hier möchte ich wissen, welche Daten der Chip enthält, was er preisgibt, und wie gut die Daten verschlüsselt sind. Absurd ist nur, dass der Ausweis auch gültig bleibt, wenn der Chip ausfällt. Und dabei sollte doch gerade damit die Fälschungssicherheit gewährleistet werden.