Unwetter
Ich war das Wochenende über auf einer Hochzeit, war lustig. Vielleicht hat aber jemand mitbekommen, wie es gestern Nacht um das Wetter bei Erlangen stand. Wir waren mitten drin. Eigentlich wollten wir ja zelten, am Mittag sah das Wetter auch noch super aus, wir haben also unser Zelt ca. zwei Kilometer entfernt des Festsaals auf einer Wiese aufgebaut, Schlafsack und Isomatte rein gelegt und sind wieder gegangen. Gegen 22:00 hat es dann begonnen zu regnen ![]()
Unser erster Gedanke war, dass das mit dem draußen Schlafen wohl doch nicht so lustig würde, aber schlechtes Wetter sind wir ja(vor allem in Verbindung mit dem Bräutigam
) gewohnt, macht uns also nix. Dann irgendwann taucht Blaulicht vor den Fenstern auf. Wir vermuten, dass jemand abgeschleppt wird, checken das dann aber ab. Der Kommentar des Feuerwehrmanns: “Ne, wir pumpen hier ein paar Keller leer”
Nicht tragisch. Wir feiern weiter. Allerdings sieht das ganze dann eine Stunde später etwas böser aus: “Wir haben hier Katastrophenalarm ausgerufen, hier darf niemand mehr raus. Warten sie mal ‘ne halbe Stunde”
Blöd, wir(insgesamt eine Gruppe mit 5 Zelten) kommen nicht zur Wiese, 15 Hotelzimmer im anderen Ort sind unerreichbar. Glück haben die, die direkt in diesem Hotel übernachten wollten. Allerdings: Noch ist ja Zeit, wer will um 11 denn schon schlafen? Es wurde schlimmer. Lea und ich sind dann mal raus gegangen, um zu sehen, wie schlimm. Das Wasser strömte auf der Straße in ziemlichem Tempo ca. 30-40cm tief mit einiger Wucht uns entgegen. Der Eingang des Hotels lag tiefer als die Straße. Ein paar Sandsäcke waren schon aufgeschüttet und ein Wagen der Feuerwehr mit einigen mehr kam gerade an. Wir haben einfach mal mit angepackt – ich hatte ja nie damit gerechnet in meinem Leben mal einen ernsthaften Damm zu bauen
– und es ist einigermaßen gelungen. Der Unterschied des Wasserstands betrug 10+ cm, ein bisschen was kam durch, aber ins Hotel kam die Nacht über nix.
Irgendwann erlaubte uns die Feuerwehr dann doch mit einem Auto zu den Zelten zu fahren, um wenigstens die Schlafsäcke zu holen. Auf der Strecke war ein Bächlein, eigentlich 50cm breit. Jetzt waren es 10m, die Brücke darüber war nicht mehr zu erkennen. Das Auto trieb etwas ab. Abenteuerlich. Im Zelt stand das Wasser etwas, nicht weil es undicht wäre, nein das Vorzelt hatte es eingedrückt und darum lag die Plane an.
Im Hotel des Nachbarorts stand dann das Wasser bis zu den Tischen. Dort würde dann auch keiner Übernachten. Wo wir waren, war kein Zimmer mehr frei. Am Ende übernachteten dann alle mit oder ohne Schlafsack auf irgendwelchen Sitzkissen liegend im Saal, auf der Kegelbahn, auf der Bühne schön verteilt.
Am Morgen danach hat man nichts mehr davon gesehen. Nur auf der Straße lag Schotter, der von den Feldwegen abgespült wurde.
Die Stimmung auf der Hochzeit war trotzdem super. Hat riesig Spaß gemacht(Erwachsene um die 40 um 4 Uhr morgens betrunken tanzen zu sehen hat was
).
Wie immer ein gelungenes Abenteuer
Die Tagesschau hat noch mehr von diesen Unwettern zu berichten.